Kurz gesagt
In der Slowakei kommt heute etwa die Hälfte der Website-Besuche vom Smartphone, in Tschechien etwas weniger. Wenn ein Onlineshop mobil deutlich schlechter verkauft als am Desktop, liegt die Ursache meist an einigen wiederkehrenden Stellen: Ladezeit, Checkout, versteckte Kosten, Zwang zum Kundenkonto, Zahlungsarten und Vertrauen. Dieser Artikel geht sie der Reihe nach durch und nennt zu jeder Stelle, was die Daten sagen.
Die Zahlen sind auf dem Stand vom 3. November 2026, die Quellen stehen am Ende.
Wie viele Menschen mobil einkaufen
| Smartphone | Desktop | Tablet | |
|---|---|---|---|
| Slowakei, Oktober 2026 | 55,2 % | 43,0 % | 1,8 % |
| Slowakei, Januar bis Oktober 2026 | 50,5 % | 48,1 % | 1,4 % |
| Tschechien, Oktober 2026 | 47,2 % | 51,3 % | 1,6 % |
| Tschechien, Januar bis Oktober 2026 | 44,5 % | 54,0 % | 1,5 % |
| Deutschland, Oktober 2026 | 60,3 % | 38,1 % | 1,7 % |
| Deutschland, Januar bis Oktober 2026 | 48,8 % | 49,3 % | 1,9 % |
| Österreich, Oktober 2026 | 45,1 % | 53,3 % | 1,6 % |
| Schweiz, Oktober 2026 | 45,8 % | 52,6 % | 1,6 % |
Zum Vergleich für den DACH-Raum: In Deutschland ist der Smartphone-Anteil laut StatCounter im September und Oktober 2026 sprunghaft auf rund 60 % gestiegen, im Schnitt von Januar bis Oktober 2026 lag er bei 48,8 %. Für Trendaussagen eignet sich deshalb der Durchschnitt besser als ein einzelner Monat.
StatCounter misst alle Websites mit seinem Zähler, nicht nur Onlineshops. Bei Onlineshops macht das Smartphone laut Baymard Institute oft die Hälfte des Traffics aus. Baymard weist zugleich darauf hin, dass mobile Websites oft schlechter konvertieren als die Desktop-Version, manchmal mit weniger als der Hälfte der Conversion Rate.
Genaue Zahlen für einen konkreten Shop zeigt Google Analytics 4: Vergleichen Sie im Bericht nach Gerätekategorie den Anteil der Besuche mit dem Anteil der Bestellungen. Bringt das Smartphone 60 % der Besuche und 30 % der Bestellungen, liegt das Problem in der mobilen Version.
Google bewertet die mobile Version
Google nutzt für Indexierung und Ranking die mobile Version einer Seite. Die Umstellung auf das sogenannte Mobile-First-Indexing hat Google im Oktober 2023 als abgeschlossen gemeldet, und seit dem 5. Juli 2024 crawlt nur noch der Googlebot für Smartphones. Inhalte, die mobil fehlen, indexiert Google nicht. Versteckter Text, eine Tabelle mit technischen Daten nur am Desktop oder Bewertungen, die mobil nicht laden, gehen für die Suche also verloren.
Ladezeit und Core Web Vitals
Google misst Ladegeschwindigkeit und Stabilität einer Seite mit drei Metriken, den sogenannten Core Web Vitals. Eine Seite besteht, wenn mindestens 75 % der Besuche die Werte erreichen:
| Metrik | Was sie misst | Gut |
|---|---|---|
| LCP | Laden des Hauptinhalts | bis 2,5 s |
| INP | Reaktion auf Tippen und Klicken | bis 200 ms |
| CLS | Verschieben des Inhalts beim Laden | bis 0,1 |
INP hat am 12. März 2024 die ältere Metrik FID abgelöst, ältere Anleitungen zur Ladezeit sprechen daher oft von etwas, das Google nicht mehr misst.
Den Zusammenhang zwischen Ladezeit und Umsatz untersuchte die Studie Milliseconds Make Millions (Google und Deloitte, 37 Marken, mehr als 30 Millionen Besuche). Bei Onlineshops ging eine um 0,1 s schnellere mobile Website mit einer um 8,4 % höheren Conversion Rate und um 9,2 % höheren Ausgaben einher. Es handelt sich um einen beobachteten Zusammenhang, nicht um ein Experiment, das die Ursache beweist. In dieselbe Richtung weisen Fallstudien auf web.dev: Vodafone verkaufte nach einem um 31 % schnelleren LCP 8 % mehr, Lazada steigerte nach einem dreimal schnelleren LCP die mobile Conversion Rate um 16,9 %.
Die häufigsten Ursachen für einen langsamen Onlineshop auf dem Smartphone:
- große Produktfotos ohne Verkleinerung für mobile Geräte,
- Apps und Tracking-Skripte, die auf jeder Seite laden,
- ein Slider auf der Startseite mit mehreren großen Bildern,
- mehrere Schriftarten und Schriftschnitte,
- Pop-ups, die den Inhalt nach dem Laden verschieben.
Checkout und Kaufabbrüche
Laut Baymard Institute, das 50 Studien zusammengefasst hat, brechen im Schnitt 70,22 % der Menschen, die etwas in den Warenkorb legen, den Kauf ab. Ein Teil vergleicht nur Preise. Der Rest geht aus Gründen, die sich beheben lassen. In der Baymard-Umfrage unter US-Käufern nannten die Befragten, nach Abzug derer, die noch nicht kaufbereit waren:
- 40 % zu hohe Zusatzkosten, etwa Versand oder Gebühren,
- 20 % zu langsame Lieferung,
- 19 % fehlendes Vertrauen in die Website bei der Eingabe der Kartendaten,
- 18 % den Zwang, ein Kundenkonto anzulegen,
- 17 % einen zu langen oder komplizierten Checkout,
- 17 % Fehler oder Abstürze der Website,
- 13 % unpassende Rückgabebedingungen,
- 12 % die Tatsache, dass sie den Gesamtpreis nicht vorab sehen konnten.
Baymard bewertet regelmäßig die Checkouts großer Onlineshops in den USA und in Europa: Von 344 bewerteten Shops haben 65 % einen Checkout auf dem Niveau „mittelmäßig“ oder schlechter. Bei der mobilen Nutzung hat Baymard 138 große Websites bewertet, und 62 % davon schnitten genauso ab. Auch große Onlineshops machen diese Fehler also.
Den meisten Onlineshops reichen laut Baymard etwa 8 Felder im Checkout, der durchschnittliche Checkout hat deutlich mehr. Jedes unnötige Feld wird auf dem Smartphone langsamer ausgefüllt als am Desktop.
Versandkosten vorab zeigen
Zusatzkosten sind der häufigste Grund für einen Kaufabbruch. Versandkosten und Nachnahmegebühr sollten schon vor dem Checkout sichtbar sein: auf der Produktseite, im Warenkorb oder auf einer verlinkten Versandseite. Bietet der Shop ab einem bestimmten Betrag kostenlosen Versand an, gehört die Grenze in die obere Leiste und in den Warenkorb, zusammen mit dem Betrag, der dem Kunden noch fehlt.
Kauf ohne Kundenkonto
Der Zwang zum Kundenkonto schreckt 18 % der Befragten vom Kauf ab. Der Gastkauf sollte die Standardoption sein und ein Kundenkonto erst nach der Bestellung angeboten werden. Mit den neuen Kundenkonten von Shopify meldet sich der Kunde mit einem Einmalcode per E-Mail an und muss sich kein Passwort merken.
Mobile Zahlungen
Auf dem Smartphone ist jedes Abtippen der Kartennummer eine Hürde. Express-Zahlungen wie Apple Pay und Google Pay erscheinen im Shopify-Checkout ganz oben, und der Kunde bestätigt sie per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.
- Ein Shop mit Unternehmen in Tschechien kann Shopify Payments nutzen und damit auch Shop Pay, das E-Mail-Adresse, Anschrift und Zahlungsmethode des Kunden speichert.
- Ein Shop mit Unternehmen in der Slowakei kann Shopify Payments und damit auch Shop Pay nicht nutzen. Apple Pay und Google Pay bietet er über einen Zahlungsanbieter an, der sie unterstützt, zum Beispiel Stripe Card Payments. Comgate und GoPay unterstützen sie auf Shopify nicht.
- Nachnahme bleibt in der Slowakei und in Tschechien eine übliche Wahl und sollte im Checkout nicht fehlen.
Für Shops mit Unternehmen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist Shopify Payments ebenfalls verfügbar. Details zu Zahlungsanbietern und Gebühren stehen im Leitfaden Shopify in der Slowakei und in Tschechien.
Buttons und Formulare
- Größe der Buttons: Google empfiehlt Touch-Elemente von etwa 48 × 48 px mit etwa 8 px Abstand. Das Minimum nach den Barrierefreiheitsrichtlinien WCAG 2.2 (Stufe AA) liegt bei 24 × 24 px.
- Schriftgröße in Formularfeldern: In der Praxis werden mindestens 16 px verwendet, weil Safari auf dem iPhone bei kleinerer Schrift nach dem Tippen ins Feld die Seite vergrößert.
- Passende Tastatur: Das Telefonfeld soll die Zifferntastatur öffnen, das E-Mail-Feld eine Tastatur mit @-Zeichen.
- Automatisches Ausfüllen: Felder für Name, Adresse und E-Mail sind korrekt ausgezeichnet, damit das Smartphone sie selbst ausfüllen kann.
- Der Button „In den Warenkorb“ ist ohne langes Scrollen sichtbar, idealerweise auch als Leiste am unteren Bildschirmrand.
Vertrauen
Fehlendes Vertrauen bei der Eingabe der Kartendaten schreckt 19 % der Befragten ab, unpassende Rückgabebedingungen 13 %. Auf dem Smartphone hat der Kunde weniger Platz, den Shop zu prüfen, deshalb sollte er ohne Suchen finden:
- Bewertungen beim Produkt und eine Bewertung des Shops, zum Beispiel das Heureka-Gütesiegel „Overené zákazníkmi“ (von Kunden verifiziert),
- Telefon und E-Mail, idealerweise auch in der Fußzeile des Checkouts,
- die Rückgabebedingungen in einem Satz beim Produkt,
- den voraussichtlichen Liefertermin, denn langsame Lieferung ist der zweithäufigste Grund für einen Kaufabbruch.
Mobile Conversion messen
- Google Analytics 4: Conversions nach Gerät und der Funnel von der Produktansicht bis zur Bestellung, getrennt für Smartphones.
- Google Search Console: Bericht zu den Core Web Vitals mit echten Besucherdaten, getrennt für Smartphones.
- PageSpeed Insights: Ladezeit einer konkreten Seite und eine Liste dessen, was sie bremst.
- Microsoft Clarity: Aufzeichnungen und Heatmaps, die zeigen, wo Menschen auf dem Smartphone tippen und wo sie abspringen.
- Eigener Testkauf: Eine Bestellung vom eigenen Smartphone, ohne gespeichertes Passwort, über mobile Daten, deckt viel auf.
Die Startseite testet auch der kostenlose Webcheck in etwa 30 Sekunden.
Checkliste
- Vergleichen Sie den Smartphone-Anteil an Besuchen und an Bestellungen.
- Prüfen Sie, ob alle wichtigen Inhalte auch in der mobilen Version vorhanden sind.
- Erfüllen Sie die Core Web Vitals: LCP bis 2,5 s, INP bis 200 ms, CLS bis 0,1.
- Verkleinern Sie Fotos und entfernen Sie Apps und Skripte, die Sie nicht nutzen.
- Zeigen Sie Versandkosten und Nachnahmegebühr vor dem Checkout.
- Erlauben Sie den Kauf ohne Kundenkonto.
- Kürzen Sie den Checkout, idealerweise auf etwa 8 Felder.
- Bieten Sie Apple Pay und Google Pay an und behalten Sie die Nachnahme.
- Buttons um 48 px, Schrift in Feldern mindestens 16 px, passende Tastaturen.
- Bewertungen, Kontakt, Rückgabe und Liefertermin gut sichtbar beim Produkt.
- Einmal im Monat eine Testbestellung vom Smartphone.
Wenn Sie den ganzen Shop samt Checkout und Tracking prüfen lassen wollen, ordnet ein Shop-Audit die Befunde danach, was zuerst behoben werden sollte.
Quellen, geprüft am 3. November 2026: StatCounter, Slowakei, StatCounter, Tschechien, StatCounter, Deutschland, StatCounter, Österreich, StatCounter, Schweiz, Baymard, mobile UX, Baymard, Kaufabbrüche, Baymard, Checkouts, Baymard, Anzahl der Felder, Google, Mobile-First-Indexing, Google, Juli 2024, Core Web Vitals, INP statt FID, Milliseconds Make Millions, Fallstudien auf web.dev, Größe von Touch-Elementen, WCAG 2.2, 2.5.8, Express-Zahlungen in Shopify, Länder für Shopify Payments.



