Kurz gesagt
Wer eine Shopify Agentur finden will, schreibt zuerst den Umfang auf, wählt zwei bis vier Anbieter aus dem Shopify-Partnerverzeichnis, aus Live-Referenzen oder Empfehlungen und vergleicht schriftliche Angebote für denselben Umfang. Der Shop gehört von Anfang an dem Händler: Er wird im eigenen Shopify-Konto angelegt oder von der Agentur als Client Transfer Store gebaut und übergeben, die Agentur arbeitet danach über ein Collaborator-Konto, den Zugang für Partner. Die Partnerstufen von Shopify beruhen auf Umsatz und der Zahl der vermittelten Händler, nicht auf der Qualität einzelner Projekte, deshalb sagen Live-Shops und ein klarer Vertrag mehr als ein Abzeichen.
Alle Angaben zu Shopify stammen aus der Shopify-Hilfe, von shopify.dev und aus dem Tiering Guide des Shopify-Partnerprogramms, Stand 3. November 2026. Der Abschnitt zum Vertrag nennt deutsches, europäisches und Schweizer Recht; er ist eine Checkliste für das Gespräch mit der Agentur, keine Rechtsberatung.
Shopify Agentur, Shopify Freelancer oder Shopify Experte: was passt
„Shopify Experte“ wird für Agenturen und Freelancer gleichermaßen verwendet. Shopify selbst spricht von Partnern, und laut Shopify-Hilfe kann eine Zugriffsanfrage von einem „Partner, freelancer, or agency“ kommen. Entscheidend ist weniger die Bezeichnung als Größe und Risiko des Projekts.
| Option | Passt meist für | Was zu prüfen ist |
|---|---|---|
| Agentur | einen neuen Shop mit eigenem Design, mehrere Länder oder Sprachen, einen Umzug mit Daten und Weiterleitungen, Anbindungen an Buchhaltung oder Lager | wer die Arbeit macht: das Team aus dem Pitch oder Subunternehmer; eine feste Ansprechperson; eine Vertretung im Urlaub |
| Freelancer | eine klar umrissene Aufgabe: Theme-Anpassungen, eine einzelne Sektion, die Einrichtung einer App, Ladezeit, kleinere Shops | Verfügbarkeit, Vertretung bei Krankheit, schriftlicher Umfang und Abnahme wie bei einer Agentur |
| Shopify-Partnerverzeichnis | ein Ausgangspunkt für beides, filterbar nach Leistung, Standort und Partnerstufe | die Profildaten sind echt, aber geschäftlich; Referenzen müssen trotzdem selbst geprüft werden |
Freelancer und Agentur kommen auf demselben Weg in den Shop, über ein Collaborator-Konto, und für beide gelten dieselben Vertragspunkte. Der Unterschied liegt in der Kapazität: Eine einzelne Person fällt im Krankheitsfall ganz aus, was rund um den Start am meisten zählt.
Shopify-Partnerverzeichnis und Partnerstufen
Das Shopify Partner Directory listet laut Shopify „all established Shopify agency partners“. Es umfasst mehr als 30 Leistungen in sechs Gruppen: Marketing und Vertrieb, Einrichtung und Verwaltung des Shops, Entwicklung und Fehlerbehebung, visuelle Inhalte und Branding, Texte sowie Beratung. Gesucht wird nach Namen oder nach Leistung und Partnerstufe, Filter wie der Standort grenzen die Liste ein.
Jedes Partnerprofil zeigt Daten aus dem Partnerkonto und der Arbeit mit Shopify-Händlern:
- Hauptstandort und bis zu 3 Hauptsprachen,
- geschätzte Teamgröße und die aktuelle Zahl der Shops, mit denen der Partner arbeitet,
- wie lange das Unternehmen schon Shopify-Partner ist,
- die wichtigsten Branchen (bis zu 3), Märkte (bis zu 3) und Leistungen (bis zu 6) der Kunden aus den letzten 4 Jahren,
- bis zu 6 ausgewählte Kunden, die der Partner aus seinen berechtigten Kooperationen und Shop-Übergaben selbst auswählt.
Preise zeigen die Profile nicht. Shopify empfiehlt, über die Schaltfläche „Contact“ Angaben zum Shop mit Links, das Budget, den Zeitplan und das Anliegen zu senden. Der Partner stellt seine Rechnung direkt an den Händler, sie erscheint nicht auf der Shopify-Rechnung.
Was Select, Plus, Premier und Platinum bedeuten
Jeder Partner beginnt auf der Stufe Registered. Der Tiering Guide von Shopify für das vierte Quartal 2026 setzt für die höheren Stufen die folgenden Schwellen. Nötig ist einer der beiden Umsatzwerte (der stärkere zählt) und zusätzlich die Zahl neuer Händler.
| Stufe | Bevorzugt von | Umsatz neuer Händler | oder Umsatz betreuter Händler | Neue Händler |
|---|---|---|---|---|
| Select | kleinen und mittleren Unternehmen | 100.000 USD | 500.000 USD | 1 mit Plus oder Enterprise oder 10 mit Basic, Grow oder Advanced |
| Plus | dem Mittelstand und größeren Unternehmen | 500.000 USD | 2,5 Mio. USD | 2 mit Plus oder Enterprise oder 40 mit Basic, Grow oder Advanced |
| Premier | Großunternehmen | 2 Mio. USD | 10 Mio. USD | 4 mit Plus oder Enterprise |
| Platinum | global tätigen Konzernen | 5 Mio. USD | 25 Mio. USD | 6 mit Plus oder Enterprise |
- Zeitraum: Der Umsatz zählt über die letzten 5 Jahre, neue Händler über 5 Jahre bei Select und Plus und über 2 Jahre bei Premier und Platinum. Die Stufen werden jedes Quartal aktualisiert, am 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober.
- Verzeichnis: Im November 2026 lädt Shopify Partner ab der Stufe Select in das Verzeichnis ein. Laut Shopify-Hilfe treten am 1. Januar 2027 überarbeitete Stufen in Kraft, danach beginnt die Aufnahme ins Verzeichnis bei einer Stufe namens Silver. Die Bezeichnungen im Verzeichnis können sich 2027 also ändern.
- Zertifizierungen: Für 2026 verzichtet Shopify laut Tiering Guide auf Zertifizierungen, bewertet wird nur die geschäftliche Aktivität.
Die Stufe ist ein brauchbarer Filter für Erfahrung und Volumen, denn erreichen lässt sie sich nur mit echten Shops und Umsatz. Sie misst aber weder Designqualität noch Codequalität noch den Umgang mit kleinen Kunden. Ein Platinum-Partner kann für einen Shop mit einigen hundert Produkten überdimensioniert sein, und ein Freelancer auf der Stufe Registered, der im Verzeichnis nicht auftaucht, kann trotzdem gute Arbeit liefern. Entscheidend sind die Referenzen, nicht das Abzeichen.
Wem der Shop gehört: eigenes Konto, Collaborator- und Mitarbeiterkonten
Ein Shopify-Shop hat genau einen Inhaber, und der Inhaber hat vollen Zugriff auf alle Bereiche des Admins, auch auf Bankdaten, weitere Finanzdaten und Kundendaten. Damit der Händler die Kontrolle behält, sollte er dieser Inhaber sein. Dafür gibt es zwei saubere Wege.
- Der Händler eröffnet den Shop im eigenen Shopify-Konto und lässt die Agentur über ein Collaborator-Konto hinein.
- Die Agentur baut einen Client Transfer Store in ihrer Partnerorganisation und überträgt das Eigentum vor dem Start an den Händler.
Collaborator-Konto oder Mitarbeiterkonto
| Kontoart | Gedacht für | Zählt zum Nutzerlimit | Kann Inhaber werden |
|---|---|---|---|
| Collaborator-Konto | Shopify-Partner: Agenturen und Freelancer | nein | nein |
| Mitarbeiterkonto | Beschäftigte des Händlers | ja | ja |
- Zugriffsanfrage: Der Partner braucht vom Händler einen 4-stelligen Anfragecode aus den Nutzereinstellungen des Admins, Bereich Sicherheit. Wird ein neuer Code erzeugt, ist der alte ungültig.
- Berechtigungen: Ein Collaborator kann jede Berechtigung im Shop erhalten. Shopify rät, nur zu vergeben, was die Aufgabe braucht, für einen Designauftrag zum Beispiel keinen Zugriff auf die Zahlungseinstellungen.
- Ablauf und Entfernen: Hat sich ein Collaborator 90 Tage nicht angemeldet, erlischt der Zugang automatisch und lässt sich wieder aktivieren. Das Entfernen eines Collaborator-Kontos ist endgültig.
- Mitarbeiterkonten je Tarif: Laut deutscher Preisseite enthält Basic keine zusätzlichen Mitarbeiterkonten, Grow bis zu 5, Advanced bis zu 15 und Plus unbegrenzt viele. Collaborators zählen nicht zu diesem Limit, eine Agentur kann also auch in einem Basic-Shop arbeiten.
- Inhaberschaft: An einen Collaborator lässt sich das Eigentum nicht übertragen. Ein neuer Inhaber muss bereits Nutzer des Shops sein. Hält die Agentur selbst die Inhaberrolle, hängt jede Übergabe von ihr ab, und das ist ein Warnsignal.
Übertragung des Eigentums, wenn die Agentur den Shop baut
Laut shopify.dev sind Client Transfer Stores „stores you build on behalf of a client“. Gewöhnliche Entwicklungsshops lassen sich nicht an Kunden übertragen, die Agentur muss also gleich zu Beginn die richtige Shopart wählen. Bis zur Übertragung gilt:
- echte Zahlungen sind nicht möglich, nur Testbestellungen mit dem Test-Gateway oder dem Testmodus von Shopify Payments,
- installierbar sind nur kostenlose und partnerfreundliche Apps, die Passwortseite lässt sich nicht entfernen,
- der Tarif lässt sich nicht ändern; der Händler wählt ihn, wenn er die Übertragung annimmt.
Vor dem Versand der Übertragung muss die Agentur Shopify Payments, Shopify Balance, Shopify Credit und Shopify Capital deaktivieren, sonst schlägt die Übertragung fehl. Shopify empfiehlt, vorher die Adresse des Kunden einzutragen und die Abrechnungswährung zu prüfen. Die Geschäftseinheit der Agentur wird nie mit übertragen: Der Händler trägt nach der Übernahme seine eigenen Firmendaten ein und aktiviert dann Shopify Payments auf seinen Namen. Eine offene Übertragung verfällt nach sieben Tagen, wenn der Kunde sie nicht annimmt.
Nach der Übertragung gehört der Shop dem Händler. Die Entwicklerseite von Shopify schreibt, dass der Partner standardmäßig Collaborator-Zugriff behält, beschreibt den abgeschlossenen Status auf derselben Seite aber als „no collaborator relationship“. Ein Blick in die Nutzereinstellungen nach der Übergabe zeigt, welcher Zugang tatsächlich bleibt.
Theme-Lizenz und weitere Konten
Ein Theme aus dem Shopify Theme Store ist nur für den Shop lizenziert, in dem es gekauft wurde. Ein nicht lizenziertes Theme lässt sich erst anpassen oder veröffentlichen, wenn die Lizenzfrage geklärt ist, und erhält weder Support noch Updates. Ein kostenpflichtiges Theme sollte deshalb im Shop des Händlers gekauft werden. Dasselbe Prinzip gilt außerhalb von Shopify: Domain, Zahlungsanbieter, Google- und Meta-Konten, Analytics und das Code-Repository laufen auf das Unternehmen des Händlers, die Agentur wird als Nutzer hinzugefügt.
Was ein faires Angebot für einen Shopify-Shop enthält
Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn sie denselben Umfang beschreiben. Ein faires Angebot nennt jeden dieser Punkte, auch wenn die Antwort „nicht enthalten“ lautet.
| Punkt | Was im Angebot stehen sollte |
|---|---|
| Umfang | Zahl der Seiten und Vorlagen (Startseite, Kategorie, Produkt, Warenkorb, Inhaltsseiten), Zahl der Produkte, die die Agentur anlegt oder importiert, Korrekturschleifen im Design |
| Theme oder Individualentwicklung | welches Theme, kostenlos oder kostenpflichtig, Kauf der Lizenz im Shop des Händlers und wie viel eigener Code dazukommt; Änderungen am Theme-Code können spätere Theme-Updates erschweren |
| Apps | eine Liste der geplanten Apps mit Monatspreisen, die der Händler an die App-Anbieter zahlt, und wer sie installiert und einrichtet |
| Migration | welche Daten umziehen (Produkte, Kunden, Bestellungen, Bewertungen, Blog), auf welchem Weg, und eine Liste der Weiterleitungen für alte URLs |
| Sprachen und Märkte | Sprachen, Länder, Währungen, wer die Übersetzungen schreibt oder prüft |
| Rechtstexte in DACH | wer AGB, Widerrufsbelehrung, Datenschutzerklärung und Impressum (§ 5 DDG) liefert: eine Kanzlei oder ein Anbieter wie IT-Recht Kanzlei oder Händlerbund; die Agentur bindet sie ein, richtet den Widerrufsbutton ein (§ 356a BGB in Deutschland seit 19. Juni 2026, § 13a FAGG in Österreich für Verträge nach dem 30. September 2026) und prüft die Beschriftung „zahlungspflichtig bestellen“ (§ 312j BGB) |
| Barrierefreiheit | ob der Shop das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) erfüllen muss, das für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr an Verbraucher nach dem 28. Juni 2025 gilt; Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind bei Dienstleistungen ausgenommen |
| Zahlungen | welche Zahlungsarten (Karten über Shopify Payments, PayPal, Klarna, EPS in Österreich, TWINT in der Schweiz), eingerichtet auf den Namen des Händlers, mit Testbestellung je Zahlungsart |
| Versand und Steuern | Versandzonen und -preise, Versand-App, Steuereinstellungen für jedes Lieferland |
| Tracking und Einwilligung | Analytics, Werbepixel, Cookie-Einwilligung, auf wen die Konten laufen |
| Schulung | wie viele Stunden, für wen, und eine schriftliche Dokumentation der Einrichtung samt App-Liste |
| Betreuung nach dem Start | wie lange Mängel kostenlos behoben werden, Reaktionszeit, wie neue Wünsche berechnet werden |
| Preis, Zahlung und Termine | Festpreis oder Schätzung, netto oder brutto, Zahlungsraten, ein Termin je Phase und was die Agentur bis wann vom Händler braucht |
Die Rechtspflichten und ihre laufenden Kosten beschreibt der Artikel Was kostet ein Onlineshop 2026? ausführlicher.
Shopify Agentur Kosten: Preistreiber und Beispiele
Eine neutrale Statistik zu Honoraren von Shopify-Agenturen war nicht zu finden. Jeder Marktdurchschnitt, der online kursiert, ist eine Schätzung. Was den Preis zuverlässig bewegt, ist der Umfang:
- Design: Ein angepasstes Theme kostet weniger als ein eigenes Design für jede Vorlage.
- Eigener Code: eigene Sektionen, Apps oder Checkout-Funktionen brauchen Entwicklungszeit und später Pflege.
- Daten: Zahl der Produkte, Varianten und Sprachen, und ob Kunden und Bestellungen umziehen.
- Schnittstellen: Buchhaltung, Lager, ERP oder CRM.
- Märkte: jede weitere Sprache, Währung und rechtliche Einrichtung.
- Inhalte: ob Texte und Produktfotos fertig sind oder erst entstehen.
Zwei veröffentlichte Schätzungen zeigen, wie weit die Spannen auseinanderliegen. Das Vergleichsportal Dr. Web nennt im Stand vom 20. Oktober 2026 für Agenturen 110 bis 180 € pro Stunde und für Freelancer 80 bis 140 €, jeweils netto, sowie einmalig 2.000 bis 8.000 € für ein angepasstes Standard-Theme, 8.000 bis 50.000 € für einen individuellen Shop und ab 50.000 € für Plus-Projekte; es schreibt selbst, dass keine neutrale Statistik vorliegt und die Werte eine Marktbeobachtung sind. Das Verzeichnis business-on.de gibt im Stand September 2026 für Theme-basierte Shopify-Shops ab ca. 1.000 bis 3.000 € und für individuelle Markenshops ab ca. 10.000 € an und beruft sich dabei jeweils auf die Website einer einzelnen Agentur. Beides sind Schätzungen Dritter, keine Erhebungen.
Als ein Beispiel mit öffentlichem Preis: Bei Alpinefy beginnt ein Shopify-Shop ab 4.000 € zum Festpreis für bis zu 5 Seiten in 1 Sprache, jede weitere Sprache kostet 220 €, der Umzug zu Shopify beginnt ab 2.900 €. Alpinefy ist kein Umsatzsteuerzahler, der genannte Preis ist der Endpreis. Beim Vergleich mit Angeboten deutscher oder österreichischer Agenturen lohnt der Blick, ob ein Preis netto oder brutto angegeben ist.
Die laufenden Kosten kommen dazu und gehen vom Händler direkt an Shopify und die App-Anbieter: In Deutschland beginnt der Shopify-Tarif laut Preisseite, Stand November 2026, ab 19 € pro Monat bei jährlicher Zahlung. Die vollständige Monatsrechnung steht im Artikel Was kostet ein Onlineshop 2026?, für Shops in der Slowakei und Tschechien im Artikel Was ein Shopify-Shop kostet.
Fragen an die Shopify Agentur
- Referenzen: Welche Live-Shops hat die Agentur gebaut, mit URL, und welchen Teil jeweils (Design, Entwicklung, Umzug)? Lässt sich ein früherer Kunde kontaktieren?
- Referenz im Test: Zwei Referenzshops am Handy öffnen und einen Testkauf bis zur Auswahl der Zahlungsart durchspielen. Ladezeit, Suche und Checkout sagen mehr als ein Portfolio-Bild.
- Personen: Wer genau arbeitet am Projekt, Angestellte, Freelancer oder Subunternehmer, und in welchem Land? Wer ist die Ansprechperson?
- Partnerprofil: Gibt es ein Profil im Shopify-Partnerverzeichnis, und welche Stufe und welche ausgewählten Kunden zeigt es?
- Zeitplan: Welche Termine hat jede Phase, und was braucht die Agentur bis wann vom Händler?
- Änderungswünsche: Wie werden neue Wünsche geschätzt, freigegeben und abgerechnet, und was gilt als Änderung statt als Mangel?
- Eigentum: Wird der Shop im Konto des Händlers angelegt oder als Client Transfer Store? Wem gehören Design, eigener Code und die Theme-Lizenz?
- Zugang: Welche Berechtigungen braucht das Collaborator-Konto, und was passiert damit nach dem Start?
- Apps: Welche Apps sind geplant, was kosten sie pro Monat, und erhält die Agentur dafür eine Provision?
- Rechtstexte: Wer liefert sie, und wer passt den Shop an, wenn sich das Recht ändert?
- Tests: Wie wird der Shop vor dem Start getestet, auf welchen Geräten und mit welchen Zahlungsarten?
- Nach dem Start: Wie lange werden Mängel kostenlos behoben, und wie schnell reagiert die Agentur?
Warnsignale bei der Auswahl einer Shopify Agentur
- Der Shop läuft im Konto der Agentur, ohne Client Transfer Store und ohne Termin für die Übergabe.
- Die Agentur verlangt Login und Passwort des Inhabers, statt eine Collaborator-Anfrage zu senden.
- Das kostenpflichtige Theme wird im Shop der Agentur gekauft oder ohne Lizenz genutzt.
- Domain, Zahlungsanbieter oder Analytics laufen auf die Agentur.
- Ein Festpreis kommt noch am selben Tag, ohne Fragen zu Produkten, Daten, Schnittstellen oder Märkten.
- Das Angebot hat keine schriftliche Leistungsbeschreibung, nur eine Summe.
- Der volle Preis ist vor Arbeitsbeginn fällig.
- Es gibt keine Live-Referenzen oder keine, die sich am Handy öffnen lassen.
- Die Agentur schreibt Rechtstexte selbst, ohne Kanzlei oder Anbieter für Rechtstexte.
- Die Agentur bekommt Zugriff auf Kundendaten, bietet aber keinen Auftragsverarbeitungsvertrag an.
- Der Vertrag sagt nichts über die Rechte an Code und Design.
Checkliste für den Vertrag: Werkvertrag, Abnahme, Nutzungsrechte, AVV
Für einen Shop mit festgelegtem Ergebnis wird der Vertrag in Deutschland meist als Werkvertrag gestaltet. Nach § 631 BGB schuldet der Unternehmer das versprochene Werk, das auch ein durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg sein kann, und der Besteller die vereinbarte Vergütung. Die folgenden Punkte machen einen solchen Vertrag belastbar.
- Leistungsbeschreibung als Anlage: Die Punkte aus der Angebotstabelle oben werden Teil des Vertrags.
- Zahlungsraten: Nach § 632a BGB kann der Unternehmer Abschlagszahlungen bis zum Wert der erbrachten Leistungen verlangen. Meilensteine wie Design freigegeben, Shop gebaut und Start binden Zahlungen an Ergebnisse.
- Abnahme: Nach § 640 BGB muss der Besteller ein vertragsgemäßes Werk abnehmen und darf die Abnahme wegen unwesentlicher Mängel nicht verweigern. Als abgenommen gilt das Werk auch, wenn der Unternehmer nach Fertigstellung eine angemessene Frist setzt und der Besteller nicht innerhalb dieser Frist unter Angabe mindestens eines Mangels verweigert. Vereinbarte Abnahmekriterien und ein Testprotokoll (Testbestellung je Zahlungsart, Handy und Desktop, jede Sprache) vermeiden Streit.
- Bekannte Mängel: Wer ein Werk trotz bekannten Mangels abnimmt, behält bestimmte Rechte nur, wenn er sie sich bei der Abnahme vorbehält (§ 640 Abs. 3 BGB). Offene Punkte gehören ins Abnahmeprotokoll.
- Änderungswünsche: ein schriftliches Verfahren mit Schätzung, Freigabe und Auswirkung auf den Zeitplan.
- Nutzungsrechte: Computerprogramme sind einschließlich des Entwurfsmaterials nach § 69a UrhG geschützt. § 31 UrhG unterscheidet einfache und ausschließliche Nutzungsrechte; sind die Nutzungsarten nicht einzeln benannt, bestimmt der Vertragszweck ihren Umfang (§ 31 Abs. 5 UrhG). Der Vertrag sollte die Rechte deshalb ausdrücklich aufzählen: Nutzung, Bearbeitung und Bearbeitung durch Dritte wie eine spätere Agentur, zeitlich unbegrenzt.
- Fremde Bestandteile: Theme-Lizenz, Apps und Schriften unterliegen eigenen Bedingungen und werden auf den Namen des Händlers gekauft.
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Sieht die Agentur Kunden- oder Bestelldaten, verarbeitet sie personenbezogene Daten im Auftrag des Händlers. Art. 28 DSGVO verlangt dann einen schriftlichen Vertrag, auch elektronisch möglich, mit Weisungen, Vertraulichkeit, Sicherheit, Unterauftragnehmern, Unterstützung bei Betroffenenrechten, Löschung oder Rückgabe der Daten am Ende und Kontrollen.
- Schweiz: Für einen Schweizer Händler gilt Art. 9 des Datenschutzgesetzes; laut dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) bleibt der Händler verantwortlich, muss sich vergewissern, dass der Auftragsbearbeiter das Gesetz einhält, und das vertraglich absichern, und eine Weitergabe an Dritte braucht seine vorgängige Genehmigung.
- Übergabe: Zugänge, Dokumentation, App-Liste und Code-Repository sind Teil der Abnahme.
- Betreuung und Ausstieg: Zeitraum der Mängelbehebung, Reaktionszeiten, Kündigungsfrist einer laufenden Betreuung und die Rückgabe aller Zugänge am Ende der Zusammenarbeit.
Ablauf und Zeitplan: vom Briefing bis zum Start
Eine verlässliche Quelle für typische Projektdauern gibt es nicht, jedes Angebot sollte daher eigene Termine enthalten. Einige Fristen gibt Shopify vor, sie lassen sich einplanen.
- Briefing: Produkte, Märkte, Sprachen, Zahlungsarten, Schnittstellen, Budget und gewünschter Starttermin, also die Angaben, die Shopify auch für die Anfrage bei Partnern empfiehlt.
- Auswahl: zwei bis vier Anbieter aus Verzeichnis, Referenzen und Empfehlungen.
- Erstgespräch und Angebote: dasselbe Briefing an alle, dann den Umfang Punkt für Punkt vergleichen.
- Vertrag: Leistungsbeschreibung, Meilensteine, Abnahme, Nutzungsrechte und AVV unterschreiben, bevor Zugänge vergeben werden.
- Shop anlegen: Der Händler eröffnet den Shop, in Deutschland bei den meisten Tarifen mit 3 Tagen kostenlosem Test und danach 3 Monaten für 1 € pro Monat, oder die Agentur legt einen Client Transfer Store an.
- Zugang: Der Händler gibt den Anfragecode weiter und bestätigt die Collaborator-Anfrage mit den nötigen Berechtigungen.
- Design und Umsetzung: zuerst ein Prototyp, dann Vorlagen, Produkte und Apps.
- Inhalte und Rechtstexte: Texte, Fotos, Übersetzungen und Rechtstexte vom Anbieter; dieser Schritt hängt am Händler und bestimmt oft das Tempo.
- Tests: Testbestellungen mit jeder Zahlungs- und Versandart am Handy und am Desktop.
- Übertragung und Zahlungen: Bei einem Client Transfer Store nimmt der Händler die Übertragung innerhalb von sieben Tagen an und wählt einen Tarif, trägt danach seine Firmendaten ein und aktiviert Shopify Payments.
- Abnahme: ein schriftliches Protokoll mit allen offenen Punkten.
- Start und Betreuung: bei einem Umzug die Weiterleitungen live schalten, die ersten Bestellungen beobachten und danach den Collaborator-Zugang prüfen.
Ein Start kurz vor einer Hochsaison wie dem Black Friday lässt keinen Puffer. Für den Umzug von einer anderen Plattform beschreibt der Artikel Von Shoptet zu Shopify ohne Ranking-Verlust die Weiterleitungen.
Checkliste: Shopify Agentur finden und auswählen
- Umfang aufgeschrieben: Seiten, Produkte, Märkte, Sprachen, Schnittstellen, Budget, Starttermin.
- Zwei bis vier Anbieter in der engeren Wahl, jeder mit Live-Referenzshops.
- Zwei Referenzshops am Handy bis zur Zahlungsauswahl getestet.
- Partnerprofil und Stufe geprüft, gelesen als Zeichen für Volumen, nicht für Qualität.
- Dasselbe Briefing an alle, Angebote Punkt für Punkt und netto gegen netto verglichen.
- Shop im eigenen Konto des Händlers oder als Client Transfer Store mit Übergabetermin.
- Zugang der Agentur über ein Collaborator-Konto mit nur den nötigen Berechtigungen.
- Theme-Lizenz, Domain, Zahlungs- und Analytics-Konten auf den Namen des Händlers.
- Rechtstexte von Kanzlei oder Anbieter, Widerrufsbutton und Bestellbutton im Umfang.
- Vertrag mit Leistungsbeschreibung, Meilensteinen, Abnahmekriterien und Änderungsverfahren.
- Nutzungsrechte an Code und Design ausdrücklich aufgezählt.
- AVV nach Art. 28 DSGVO unterschrieben, wenn die Agentur Kundendaten sieht.
- Schulung, Dokumentation und App-Liste als Teil der Abnahme.
- Collaborator-Zugang nach dem Start geprüft.
Ein Überblick über Leistungen und Preise für Händler in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht auf der Seite Shopify Agentur. Läuft der Shop schon, zeigt ein Shop-Audit, was vor dem Briefing einer neuen Agentur zuerst behoben werden sollte. Den Vergleich der Plattformen bietet der Artikel Shopify oder WooCommerce.
Quellen, geprüft am 3. November 2026: Shopify Partner Directory, Überblick über das Partnerverzeichnis, Shopify-Partner engagieren, Stufen des Partnerprogramms, Aufnahme ins Partnerverzeichnis, Shopify Partner Program Tiering Guide Q4 2026 (PDF), Collaborator-Konten, Inhaberschaft ändern, sensible Berechtigungen, Client Transfer Stores (shopify.dev), Client Transfer Stores (Hilfe), Theme-Lizenz, nicht lizenzierte Themes, Shopify-Preise (DE), § 631 BGB, § 632a BGB, § 640 BGB, § 31 UrhG, § 69a UrhG, Art. 28 DSGVO, EDÖB zur Auftragsbearbeitung, § 1 BFSG, § 2 BFSG, § 3 BFSG, § 5 DDG, § 356a BGB, WKO zum Widerrufsbutton, § 312j BGB, Dr. Web, Shopify Agentur Vergleich 2026 (Schätzungen), business-on.de, Shopify-Agenturen (Schätzungen).
Häufige Fragen
Wie finde ich eine Shopify Agentur?
Ein guter Start ist das Shopify-Partnerverzeichnis, in das Shopify im November 2026 Partner ab der Stufe Select einlädt und das Standort, Sprachen, Teamgröße, Dauer der Partnerschaft und bis zu 6 ausgewählte Kunden zeigt. Danach zwei bis vier Anbieter auswählen, ihre Live-Referenzshops am Handy prüfen und allen dasselbe Briefing schicken.
Was kostet eine Shopify Agentur?
Eine neutrale Statistik zu Agenturhonoraren gibt es nicht; das Vergleichsportal Dr. Web schätzte im Oktober 2026 netto 2.000 bis 8.000 € für ein angepasstes Standard-Theme und 8.000 bis 50.000 € für einen individuellen Shop. Als ein Beispiel mit öffentlichem Preis beginnt ein Shopify-Shop bei Alpinefy im November 2026 ab 4.000 €, und weil Alpinefy kein Umsatzsteuerzahler ist, ist das der Endpreis.
Was bedeuten die Shopify-Partnerstufen Select, Plus, Premier und Platinum?
Laut Tiering Guide von Shopify für das 4. Quartal 2026 beruhen die Stufen auf Umsatz und Händlerzahl: Select verlangt zum Beispiel 100.000 USD Umsatz neuer oder 500.000 USD Umsatz betreuter Händler sowie 1 Plus- oder Enterprise-Händler oder 10 Händler mit Standardtarif. Über die Qualität eines Projekts sagen die Stufen nichts, und ab 1. Januar 2027 gelten laut Shopify überarbeitete Stufen.
Wem sollte ein Shopify-Shop gehören, den eine Agentur baut?
Dem Händler: Ein Shopify-Shop hat laut Shopify-Hilfe, Stand November 2026, genau einen Inhaber, und an ein Collaborator-Konto lässt sich das Eigentum nicht übertragen. Entweder eröffnet der Händler den Shop und lädt die Agentur als Collaborator ein, oder die Agentur baut einen Client Transfer Store, dessen Übertragung der Händler innerhalb von sieben Tagen annehmen muss.
Braucht ein Händler einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit der Shopify Agentur?
Ja, sobald die Agentur Kunden- oder Bestelldaten sehen kann, denn dann verarbeitet sie personenbezogene Daten im Auftrag des Händlers, und Art. 28 DSGVO verlangt einen schriftlichen Vertrag, der nach Art. 28 Abs. 9 auch elektronisch sein darf. Den Collaborator-Zugang sollte der Händler nach dem Start ebenfalls prüfen; laut Shopify-Hilfe, Stand November 2026, erlischt er nach 90 Tagen ohne Anmeldung automatisch.



