Die meisten Unternehmer wissen über ihre Website zwei Dinge: wie sie aussieht und ob über sie Anfragen kommen. Was zwischen dem Moment passiert, in dem jemand die Website öffnet, und dem Moment, in dem er eine Nachricht sendet, sieht man meist nicht. Dabei gehen genau dort Anfragen verloren: Die Seite lädt auf dem Smartphone zu lange, die Telefonnummer lässt sich nicht antippen, Google zeigt statt einer Beschreibung einen beliebigen Textausschnitt.
Deshalb haben wir Webcheck gebaut. Das ist ein kostenloser Website-Check, der auf Ihrer Startseite 37 Prüfungen in sechs Bereichen durchführt und jeden Befund nach Wirkung und Aufwand einordnet. In diesem Artikel erklären wir, was genau wir prüfen, warum das wichtig ist und welche Befunde Sie auch ohne Programmierer beheben können.
So arbeitet Webcheck
Die Prüfung stützt sich auf zwei Quellen. Erstens: Webcheck lädt Ihre Startseite wie ein Browser und liest ihren Code, die Server-Header, die Datei robots.txt und die Sitemap. Das dauert ein paar Sekunden. Zweitens: Ladezeit und mobile Nutzung misst Google PageSpeed Insights, das die Seite in einem echten Browser auf einem simulierten Mittelklasse-Smartphone öffnet. Dieser Teil dauert am längsten.
Die ganze Prüfung dauert meist 20 bis 40 Sekunden. Sie ist kostenlos und ohne Anmeldung, und das vollständige Ergebnis mit jedem Befund und dem Weg zur Behebung sehen Sie sofort.
Wir prüfen die Startseite, weil die meisten Besucher dort ankommen und die meisten Einstellungen, etwa HTTPS, Server-Header oder robots.txt, für die ganze Website gelten. Die ganze Website gehen wir in einer kostenlosen Beratung durch.
So lesen Sie das Ergebnis
Jede Prüfung hat einen von vier Status: OK, Problem, Tipp (lässt sich verbessern, ist aber nicht gravierend) oder Nicht gemessen, wenn die Messung nicht geklappt hat, zum Beispiel weil Google die Seite nicht öffnen konnte.
Die Befunde erscheinen auf einer Karte, die zwei Fragen beantwortet: Wie groß ist die Wirkung, und wie viel Aufwand macht die Behebung? Daraus entsteht ein Plan in drei Gruppen:
- Zuerst: Quick Wins. Hohe oder mittlere Wirkung und höchstens 30 Minuten Aufwand.
- Danach. Hohe oder mittlere Wirkung, aber mehr Aufwand.
- Kann warten. Geringere Wirkung.
Bei jedem Befund sehen Sie den geschätzten Aufwand. Die Gesamtpunktzahl ist ein gewichteter Durchschnitt: Prüfungen mit hoher Wirkung zählen dreimal so viel wie solche mit geringer Wirkung, und ein Tipp zählt als Teilerfolg. Bei einer erneuten Prüfung kann die Punktzahl um ein paar Punkte abweichen, weil die Ladezeit davon abhängt, wie ausgelastet der Server gerade ist, und Google jedes Mal etwas anders misst. Die Befunde bleiben gleich.
Nun zu den einzelnen Bereichen.
1. Ladezeit
Die Ladezeit ist das Erste, was ein Besucher erlebt. Solange die Seite nicht angezeigt wird, kann er weder Ihr Angebot lesen noch Ihnen schreiben. In diesem Bereich gibt es neun Prüfungen:
- Hauptinhalt auf dem Smartphone. Wie schnell das größte Element des ersten Bildschirms erscheint, meist das Hauptbild oder die Überschrift. Ziel: unter 2,5 Sekunden.
- Layout-Stabilität. Ob sich Inhalte beim Laden verschieben. Wenn unter dem Finger ein Button wegrutscht, tippen Besucher auf etwas anderes als gewollt. Ziel: ein Wert unter 0,1.
- Reaktion beim Laden. Wie lange schwere Skripte das Smartphone blockieren. Ziel: unter 200 Millisekunden.
- Seitengewicht. Wie viele Megabyte heruntergeladen werden. Jedes Megabyte kostet im Mobilfunknetz Zeit.
- Bildformate und -größen. Ob Bilder größer sind als nötig.
- Textkomprimierung. Ob der Server HTML, CSS und JavaScript komprimiert ausliefert.
- Serverantwort. Wie lange es dauert, bis der Server das erste Byte der Seite sendet. Ziel: unter 600 Millisekunden.
- Schriftdateien. Jede Schriftdatei ist ein weiterer Download, bevor der Text richtig aussieht.
- Echte Besucher. Wenn Google genug Daten von Chrome-Nutzern aus den letzten 28 Tagen hat, zeigen wir, wie Google echte Besuche bewertet. Diese Prüfung dient nur zur Information und verbessert sich, wenn Sie die übrigen Befunde zur Ladezeit beheben.
Was Sie selbst erledigen können
Die häufigste Ursache für eine langsame Website sind Bilder. Ein Foto direkt vom Smartphone hat oft mehrere Megabyte, obwohl es auf der Website nur ein paar hundert Pixel breit angezeigt wird. Bevor Sie ein Bild hochladen, verkleinern Sie es auf die Größe, in der es angezeigt wird, und speichern Sie es als WebP oder AVIF. Wenn Ihr CMS Lazy Loading für Bilder weiter unten auf der Seite anbietet, schalten Sie es ein.
Komprimierung (Brotli oder Gzip) und Seiten-Caching aktivieren Sie meist in der Verwaltung Ihres Hostings, oder Sie bitten den Support Ihres Hosters darum. Für Schriften gilt eine einfache Regel: zwei Schriftfamilien und nur die Schnitte, die Sie wirklich verwenden.
Wenn Sie tiefer einsteigen möchten: Im Artikel So erreichen Sie Lighthouse über 95 ohne Kompromisse beschreiben wir, wie wir selbst an die Ladezeit herangehen.
2. SEO und KI-Suche
Dieser Bereich hat die meisten Prüfungen, nämlich zwölf. Sie klären, ob Google und KI-Assistenten Sie überhaupt finden können und ob sie verstehen, was Sie anbieten.
Sichtbarkeit und Zugang. Wir prüfen, ob die Seite das Tag noindex enthält, das Suchmaschinen anweist, sie nicht anzuzeigen, und ob robots.txt die ganze Website sperrt. Beides kommt häufiger vor, als man denkt: Der Entwickler sperrt die Website während der Arbeit und vergisst nach dem Launch, die Sperre aufzuheben. Außerdem prüfen wir die Sitemap (sitemap.xml) und ob die Adresse mit und ohne www an dieselbe Stelle führt. Zeigen beide dieselbe Website ohne Weiterleitung, sieht Google womöglich zwei Kopien und verteilt ihren Wert auf beide.
Titel und Beschreibung. Der Titel ist die Überschrift Ihres Ergebnisses bei Google. Wir prüfen, ob es ihn gibt, ob er nicht zu allgemein ist, etwa „Startseite“, und ob er nicht zu lang ist, denn Google kürzt Titel, die länger als etwa 60 Zeichen sind. Die Beschreibung für Google sollte rund 140 bis 160 Zeichen lang sein. Ohne sie wählt Google einen beliebigen Textausschnitt von der Seite.
Inhalt der Seite. Eine Hauptüberschrift H1 sollte genau einmal auf der Seite stehen. Bilder, die eine Information tragen, brauchen eine kurze Beschreibung (alt-Text), sonst wissen weder Google noch Screenreader, was darauf zu sehen ist. Die Sprache der Seite sollte festgelegt sein.
Unternehmensdaten für Google und KI. Wir suchen strukturierte Daten vom Typ Organization oder LocalBusiness, bei Onlineshops auch Product. Das sind Angaben wie Name, Adresse, Telefon oder Öffnungszeiten, so hinterlegt, dass Maschinen sie zuverlässig lesen können. Mehr dazu schreiben wir im Artikel Schema-Markup für Service-Websites.
Vorschau beim Teilen. Wenn jemand einen Link zu Ihrer Website über WhatsApp, Facebook oder LinkedIn verschickt, sollten ein Bild und ein Titel erscheinen. Dafür sind die Tags og:image und og:title da.
Zugang für KI-Suche. Wir prüfen, ob robots.txt die Crawler von KI-Diensten blockiert, zum Beispiel GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot oder Google-Extended. Sind sie gesperrt, können KI-Assistenten Ihre Website nicht lesen und sie daher auch nicht empfehlen. Ob Sie sie zulassen, entscheiden Sie. Wichtig ist, dass es eine Entscheidung ist und kein Versehen.
Was Sie selbst erledigen können
Titel und Beschreibung der Startseite ändern Sie in den meisten CMS in wenigen Minuten, und das ist eine der günstigsten Änderungen mit sichtbarem Ergebnis. Ein guter Titel sagt, was Sie anbieten, wo und wie Sie heißen. Die Beschreibung sagt, warum jemand gerade auf Sie klicken sollte. Bildbeschreibungen ergänzen Sie bei jedem Bild in der Mediathek.
Technischere Dinge wie noindex, robots.txt oder die www-Weiterleitung überlassen Sie besser der Person, die Ihre Website betreut. Das Ergebnis können Sie ihr per Link schicken. Einen ausführlicheren Überblick finden Sie auch im Artikel Technisches SEO für moderne Websites.
3. Mobil
Webcheck prüft hier zwei Dinge, beide auf einem Smartphone im Browser von Google.
Mobile Darstellung. Ohne das viewport-Tag zeigt das Smartphone eine verkleinerte Desktop-Seite, auf der man ohne Zoomen nichts lesen kann. Ist das Tag vorhanden, blockiert aber das Zoomen mit zwei Fingern, zeigen wir einen Tipp: Das stört jeden, der schlechter sieht.
Buttons und Links auf dem Smartphone. Ob sie sich bequem mit dem Finger treffen lassen. Die Tippfläche sollte mindestens 24 × 24 Pixel groß sein, ideal sind 44, und zwischen den Buttons sollte Abstand sein.
Den einfachsten Test machen Sie auch ohne Tool: Öffnen Sie Ihre Website auf dem Smartphone und versuchen Sie, mit einer Hand zum Kontakt zu gelangen. Wenn Sie dabei zoomen müssen oder einen falschen Link treffen, erleben Ihre Kunden das ebenfalls.
4. Anfragen und Umsatz
Dieser Bereich ist für Unternehmer der praktischste. Fünf Prüfungen zeigen, ob die Website es Besuchern leicht macht, sich zu melden oder zu kaufen.
- Textkontrast. Ob sich Texte und Buttons lesen lassen. Hellgrauer Text auf weißem Hintergrund kann elegant wirken, ist aber auf dem Smartphone draußen in der Sonne nicht lesbar. Empfohlen ist ein Kontrast von mindestens 4,5 : 1.
- Anruf mit einem Tippen. Viele Menschen möchten vor einem Kauf oder einer Buchung anrufen. Steht die Nummer nur als Text auf der Seite, können sie auf dem Smartphone nicht darauf tippen. Es reicht, daraus einen tel:-Link zu machen.
- Kontaktformular. Steht auf der Startseite ein Formular, zählen wir seine Felder. Jedes zusätzliche Feld bedeutet weniger gesendete Anfragen. Für den ersten Kontakt reichen meist Name, E-Mail oder Telefon und eine Nachricht.
- Kundenbewertungen. Wir suchen Bewertungen auf der Startseite, zum Beispiel von Google oder von einem Bewertungsdienst des Onlineshops. Für neue Besucher sind sie das stärkste Vertrauenssignal.
- Messung. Ob die Website Besuche misst, zum Beispiel mit Google Analytics 4, Google Tag Manager, Microsoft Clarity oder Matomo. Ohne Messung wissen Sie nicht, woher Besucher kommen und was sie auf der Website tun.
Was Sie selbst erledigen können
Eine anklickbare Telefonnummer und ein kürzeres Formular sind typische Quick Wins. Wenn Ihr Formular schon vor dem ersten Kontakt Registernummer, Adresse, Budget und fünf weitere Angaben verlangt, machen Sie nur das zur Pflicht, ohne das sich nicht antworten lässt. Den Rest erfahren Sie im weiteren Austausch. In unserem eigenen Kontaktformular sind nur Name, E-Mail und Nachricht Pflichtfelder.
5. Sicherheit
Vier Prüfungen klären, ob die Verbindung zu Ihrer Website verschlüsselt und geschützt ist.
- Verschlüsselte Verbindung (HTTPS). Eine Website ohne Zertifikat kennzeichnen Browser als nicht sicher. Bei einem Formular ist das für Besucher ein klarer Grund, es nicht abzusenden.
- Weiterleitung auf HTTPS. Wer die Adresse ohne https eingibt, sollte auf der sicheren Version landen, nicht auf einer unverschlüsselten Seite.
- Inhalte sicher geladen. Werden einzelne Bilder oder Skripte über http:// geladen, kann der Browser sie blockieren oder eine Warnung zeigen.
- Sicherheits-Header. HSTS, Content-Security-Policy, X-Frame-Options, X-Content-Type-Options und Referrer-Policy. Sie schützen Besucher vor einigen häufigen Angriffen und werden beim Hosting eingerichtet.
Zertifikat und Weiterleitung bieten die meisten Hostings in ihrer Verwaltung an. Sicherheits-Header sind Sache eines Technikers, doch es lohnt sich, sie einmal richtig einzurichten.
6. Recht und Vertrauen
Der letzte Bereich betrifft das, was das Gesetz von einer Website erwartet, und das, was Kunden erwarten. Webcheck ersetzt keinen Anwalt, zeigt aber, wo etwas fehlt.
Messung wartet auf Einwilligung. Das ist eine Prüfung mit hoher Wirkung. Wir beobachten, ob die Website Daten an Analyse-Tools wie Google Analytics, Clarity oder Meta Pixel sendet, bevor der Besucher auf das Cookie-Banner reagiert hat. Nach der DSGVO braucht eine Messung mit Cookies vorher eine Einwilligung. Gehen vor der Einwilligung nur Signale ohne Cookies über Google Consent Mode hinaus, zeigen wir einen Tipp, denn ob das ausreicht, hängt von Ihrer Einrichtung ab.
Firmenangaben. Wir suchen Firmenname, Registernummer und Sitz auf der Startseite oder auf einer verlinkten Seite, etwa Kontakt oder AGB. Bei Websites mit einer .de-, .at- oder .ch-Domain suchen wir einen Link zum Impressum, das geschäftliche Websites dort gesetzlich haben müssen.
Datenschutzerklärung. Jede Website, die personenbezogene Daten erhebt, zum Beispiel über ein Formular, braucht eine Datenschutzerklärung und einen Link darauf, meist in der Fußzeile.
Rückgabe und Reklamation. Nur bei Onlineshops: ob die Regeln für Rückgabe und Reklamation von der Startseite aus erreichbar sind. Kunden suchen sie vor dem Kauf.
Website-Icon. Das Favicon im Browser-Tab und in den Lesezeichen. Eine Kleinigkeit, doch ohne es wirkt die Website unfertig.
Links zu Datenschutzerklärung, Geschäftsbedingungen und Firmenangaben ergänzen Sie in der Fußzeile selbst. Bei der Cookie-Einwilligung ist es komplizierter, weil festgelegt werden muss, welche Tools erst nach der Einwilligung starten. Hier lohnt es sich, die Person um Rat zu fragen, die Ihre Website betreut.
Vergleich mit Wettbewerbern
Nach der Prüfung Ihrer eigenen Website können Sie eine oder zwei Websites von Wettbewerbern eingeben. Wir prüfen sie auf dieselbe Weise und stellen alle sechs Bereiche nebeneinander. Oft ist das der schnellste Weg herauszufinden, ob Ihr Problem bei der Ladezeit liegt, beim Inhalt oder darin, dass Wettbewerber Bewertungen zeigen und Sie nicht.
Wie es mit dem Ergebnis weitergeht
Jedes Ergebnis hat einen eigenen Link, der 90 Tage lang gilt. Sie können ihn an Kollegen schicken oder an die Person, die Ihre Website betreut, und diese sieht genau dasselbe wie Sie, einschließlich des Wegs zur Behebung bei jedem Befund.
Wir speichern nur die Adresse der Website und die Messwerte. Nach Ihrem Namen oder Ihrer E-Mail fragen wir nicht. Um Missbrauch zu verhindern, speichern wir einen Tag lang einen nicht umkehrbaren Code, der aus Ihrer IP-Adresse abgeleitet ist.
Wir empfehlen, nach Plan vorzugehen: zuerst die Quick Wins, dann der Rest. Starten Sie nach den Korrekturen die Prüfung erneut und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem ursprünglichen Link.
Testen Sie es mit Ihrer Website
Geben Sie die Adresse Ihrer Website auf alpinefy.com/de/webcheck ein. Das Ergebnis sehen Sie in etwa 30 Sekunden, kostenlos und ohne Anmeldung.
Wenn Sie Dinge finden, die Sie nicht selbst beheben möchten, gehen wir das Ergebnis gemeinsam in einer kostenlosen 30-minütigen Beratung durch. Dabei schauen wir uns auch den Rest der Website an, nicht nur die Startseite, und Sie erhalten vorab einen Festpreis für die Behebung.
